11. Februar: „Eine Reise durch die Welt der Hände“ – Faszinierende Einblicke in die Facetten der Gebärdensprache

Am 2. Februar 2011 gestaltete die Hochschule Fresenius Idstein im Rahmen der Ausstellung „Dialog im Stillen“ am Frankfurter Museumsufer eine Abendveranstaltung mit interessanten Beiträgen rund um das Thema Gebärdensprache.

Der Lichthof des Museums für Kommunikation bot einen festlichen Rahmen für die über 100 hörenden und gehörlosen Gäste, darunter auch viele Studierende des Studiengangs Logopädie, die in einem Wahlbereich die Veranstaltung mit Plakaten und Beiträgen sowie als Helfer am Einlass und im Museumscafé tatkräftig unterstützten.

Zwei Gebärdensprachdolmetscherinnen waren im Einsatz und dolmetschten den Abend simultan. Von der intensiven und hochkonzentrierten Arbeitsleistung zeigten sich viele Gäste sehr beeindruckt.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Leiter für Öffentlichkeitsarbeit des Museums, Dr. Klaus Beyrer, führte Prof. Dr. Carla Wegener, Studiendekanin für den Master Gebärdensprachdolmetschen und Leitung des Weiterbildungsprogramms zum staatlich geprüften Gebärdensprachdolmetscher an der Hochschule Fresenius, durch das abwechslungsreiche Programm.

Den Anfang machte Toby Breitenbach, Frontmann der Frankfurter Rockband „Breitenbach“ gemeinsam mit dem Kameramann Max Heidenfelder. Nach der Akustik-Version ihres Songs „Waiting“ stellten sie ihr preisgekröntes barrierefreies Video vor:

 

In der nachfolgenden Diskussion mit dem Publikum zeigten gerade auch gehörlose Gäste ihre Begeisterung über diese musikalische Pionierleistung. Wegen des großen Erfolges dieses ersten deutschen barrierefreien Titels wird das Video mittlerweile dauerhaft in der bis 24.7.2011 verlängerten Ausstellung "Dialog im Stillen" im Museum präsentiert.

Einen Einblick in die praktische Arbeit von Gebärdensprachdolmetschern beim Fernsehen gab Bastienne Blatz, Geschäftsführerin des Dolmetscherdienstes Skarabee und selbst beim Sender Phoenix als Gebärdensprachdolmetscherin tätig. Sie berichtete über ihren Weg zum Beruf sowie die Herausforderungen ihrer Tätigkeit.

Die Begeisterung für die Gebärdensprache wurde spürbar, als eine Gruppe von Teilnehmerinnen eines Gebärdensprachkurses der Hochschule Fresenius dem Publikum mit rührender Intensität eine kleine Einführung in die deutsche Gebärdensprache bot.

Einen interessanten Einblick vermittelte anschließend Susanne Vogt, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Studiengangs Logopädie, in ihrem Vortrag über die Bedeutung von Gesten und Gebärden im frühen kindlichen Spracherwerb.

Den Abschluss bildete ein anschaulicher Vortrag von Prof. Dr. Carla Wegener über ein Forschungsprojekt in Kooperation mit der Goethe-Universität. Diese Studie zur therapeutischen Nutzung von Gebärdensprache bei hörenden Kindern mit „Sprechblockaden“ zeigt sensationelle Ergebnisse.

In der sich anschließenden angeregten Diskussion äußerte sich u.a. Stefan Keller vom Landesverband der Gehörlosen Hessen e.V. begeistert darüber, dass solche Erkenntnisse auf die besondere Bedeutung von Gebärdensprache hinweisen.

Der kurzweilige und interessante Abend stieß auf sehr positive Resonanz bei den Gästen und den Akteuren. Hochschulpräsident Botho von Portatius hob die großartige Themenvielfalt hervor und unterstrich den hohen Forschungsbedarf in der Therapie mit Gebärdensprache. Gleichzeitig warb er für die finanzielle Unterstützung /das Sponsoring von Gebärdensprachprogrammen und –projekten.

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