Fachbereich Gesundheit _Physiotherapie
Bereits seit der Antike werden Patienten sowohl mit Wärme/Kälte- und
Bewegungstherapien als auch mit Massagen
behandelt.
Im Laufe der Jahrhunderte wurden diese Behandlungstechniken
verfeinert bzw. durch neue Maßnahmen ergänzt. Erst seit Beginn des 19.
Jahrhunderts wurden diese Techniken einer eigenen Berufsgruppe
zugeordnet.
1994 löste die aus dem Griechischen stammende
Berufsbezeichnung Physiotherapeut (physis = Natur, therapia = Heilung,
Behandlung) die alte Bezeichnung Krankengymnast ab.
Dem Physiotherapeuten
stehen heute unzählige Therapieformen zur Verfügung, um seinen Patienten
erfolgreich bei Störungen am Bewegungsapparat, des zentralen und peripheren
Nervensystems, bei Erkrankungen der inneren Organe und der Psyche zu
helfen.
So bedient er sich zum einen immer noch erfolgreich
physikalischer Reize wie Kälte/Wärme, Strom, Ultraschall oder mechanischem Druck
bzw. Zug, zum anderen arbeitet er mit modernsten Computer gestützten
Messverfahren in der Bewegungstherapie.
Längst steht nicht mehr nur das
Lindern bzw. Beheben von körperlichen Störungen im Vordergrund.
Physiotherapeuten arbeiten inzwischen verstärkt präventiv, d.h. dass sie
beispielsweise Firmen bei der optimalen Arbeitsplatzgestaltung beraten oder
Rückenschulen bzw. orthopädisch einwandfreies Muskelaufbautraining in
Fitnessstudios anbieten.
Da die Medizin sich extrem schnell
weiterentwickelt (ca. alle 5 Jahre verdoppelt sich das medizinische Wissen) ist
auch die Physiotherapie in ständiger Bewegung, so werden Behandlungstechniken
nach neusten medizinischen Erkenntnissen entwickelt bzw. bekannte Techniken
modifiziert.
Daher kann man getrost behaupten, dass der Beruf des
Physiotherapeuten ein Beruf mit Zukunft ist.
Wie und wo arbeiten
Physiotherapeuten?
Physiotherapeuten stehen in den
unterschiedlichsten medizinischen oder sportlichen Einrichtungen Arbeitsfelder
offen. Ihre Fähigkeiten sind vor allem in Rehabilitations-Kliniken und
Kur-Häusern, aber auch in Akut-Krankenhäusern, in freien Praxen, in
Sonderschulen oder integrativen Kindergärten sowie in geriatrischen
Einrichtungen gefragt. Dazu kommt der ständig wachsende Wellness - Bereich,
beispielsweise in großen Hotels, sowie Arbeitsmöglichkeiten in Sportvereinen und
Fitness-Studios.
In all diesen Einrichtungen sind Physiotherapeuten
wichtige Helfer auf dem Weg zur Linderung oder Heilung der Beschwerden. In
vielen medizinischen Bereichen setzen sie ihre Fähigkeiten ein:
- Orthopädie (z.B. bei Fehlhaltung, Gelenkproblemen)
- Chirurgie (z.B. bei Knochenbrüchen, Operationen)
- Innere Medizin (z.B. bei Herz- und Lungenerkrankungen)
- Pädiatrie (z.B. bei gestörter motorischer Entwicklung des Kindes), Gynäkologie (z.B. zur Geburtsvorbereitung, Rückbildungsgymnastik)
- Neurologie (z.B. bei Schlaganfall und bei Nervenerkrankungen)
- Psychiatrie (z.B. bei Depressionen)
Physiotherapeuten legen
selbstständig ihre Behandlungsziele und die dafür notwendigen
Behandlungsmaßnahmen fest. Es ist es wichtig, dass es gelingt, den Patienten in
den Behandlungen zur Mitarbeit zu motivieren und den Behandlungsverlauf mit ihm
abzustimmen.
Das ist manchmal mühsam, doch das Lächeln eines endlich
schmerzfreien Patienten entschädigt dafür reichlich.
Zugelassene
Weiterbildungsmaßnahme nach AZWV
Die Ausbildung ist nach
Rechtsverordnung zum SGB III (AZWV), eine zugelassene Weiterbildungsmaßnahme für
die Förderung der beruflichen Weiterbildung nach dem Recht der Arbeitsförderung.
Eine Förderung der Agentur für Arbeit durch
Bildungsgutscheine ist somit möglich. Die Förderung umfasst 2
Jahre der 3-jährigen Berufsausbildung.
Für das dritte Jahr der Ausbildung
besteht die Möglichkeit dieses über einen Bildungskredit bzw. Darlehen zu
finanzieren. Bei einer dreijährigen Berufsausbildung wird ab dem zweiten
Ausbildungsjahr gefördert. Weitere Informationen auf: www.bildungskredit.de.
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